ECKWERK HOLZMARKT

Projekttyp: Wohnungsbau, Büro

 

Standort: Holzmarktstraße, Berlin

 

Zeitraum:  seit 2014

 

Status: in Planung

 

Bauherr:  Genossenschaft für urbane Kreativität (GuK)

Eckwerk Berlin – Raum auf Zeit. Austausch für immer.

 

Im Rahmen eines offenen Dialogs entwickelten die Architekturbüros Kleihues + Kleihues und GRAFT gemeinsam mit der Genossenschaft für urbane Kreativität (GuK) einen beispielhaften Gebäudekomplex, der Antworten auf die sozialen, ökonomischen und ökologischen Fragen unserer Zeit sucht. Die Kernidee ist es, einen inspirierenden und lebendigen Ort zu schaffen, der neue Maßstäbe für die Beziehung zwischen Arbeit und Wohnen, sowie Öffentlichkeit und Privatsphäre schafft. Der Baubeginn ist für 2016 auf dem nördlichen Teil des Holzmarktareals an der Spree geplant, auf dem bis 2011 die legendäre Bar 25 beheimatet war.
Der Entwurf für das „Eckwerk“ greift die Charakteristika und Qualitäten des Ortes auf. Bezug nimmt er insbesondere auf das Stadtbahnviadukt, das sich wie ein roter Faden durch das Zentrum der Stadt zieht und eine identitätsstiftende Wirkung für das zu bebauende Grundstück hat.

Die Basis des Entwurfs bildet ein Sockel, der sich an den Straßenfluchten ausrichtet, zweigeschossig dem Verlauf des Viadukts folgt und sich nach Norden in topografischen Stufungen erhöht. Inspiriert von der Materialität und Formensprache des Viaduktes entsteht zwischen ihm und dem Sockel ein über das Gebäude hinausgehender Ort der Interaktion in Form einer Gasse, an die sich öffentliche Funktionen angliedern und an der auch die Hauptzugänge in das Gebäude liegen.

 

Der Sockel hebt das Hauptniveau auf die Ebene des Viadukts an und erlaubt wie ein Stadtbalkon einen direkten Blickbezug zum Wasser. Auf dem Sockel sind fünf unabhängig voneinander erschlossene Einzeltürme angeordnet, die über ein Höchstmaß an gut belichteten, flexibel bespielbaren Flächen verfügen und jeweils zum Wohnen und/oder zum Arbeiten genutzt werden können. Die Terrassenlandschaft ist als mehrgeschossiger Marktplatz konzipiert und durchdringt als Erweiterungsfläche für Co-Working Spaces die Grundrisse der Türme. Um eine Nutzung dieser Flächen zu allen Jahreszeiten zu ermöglichen, wird der Bereich von einer Klimahülle in Form einer filigranen Struktur aus Stahl und Glas umschlossen.

 

Die Entscheidung das Bauvolumen in Einzeltürme aufzulösen, folgt nicht nur dem Anspruch eine stadttaugliche Maßstäblichkeit zu erzielen, sondern erzeugt durch vielfältige Durch- und Ausblicke ein offenes Raumgefühl, das dem Anspruch, die Grenzen zwischen Haus und Stadt (privat und öffentlich) aufzuheben gerecht wird.
Durch die Abstaffelung der Turmhöhen in Richtung Süden, wird darüber hinaus einer qualitativen Hierarchisierung auf dem Grundstück entgegengewirkt. Auch aus der „zweiten Reihe“ besteht eine Blickbeziehung zur Spree.

 

Verbunden sind die fünf Türme durch einen Erlebnisweg, den „Bergpfad“. Dieser bindet das gesamte Ensemble zusammen und weitet sich bereichsweise zu thematisch unterschiedlich gestalteten Räumen auf, die dem Austausch und der Erholung dienen. Gleichzeitig lädt er zum Flanieren ein und bietet der Öffentlichkeit die Gelegenheit dem Treiben auf der Sockel- und Terrassenebene zu folgen oder einen Blick in die Stadt und das Holzmarktdorf zu werfen, ohne die Arbeits- und Wohnbereiche zu tangieren.

 

Im Kontrast zu dem schweren und beständigen Material des Sockels, verkörpern die Türme mit ihren Holzfassaden Leichtigkeit und Veränderbarkeit. Holz, das als nachwachsender Rohstoff eine Technologie der Zukunft ist, steht gleichzeitig für die Tradition der Holzmarktkultur. Nicht nur die Grundrisse, sondern auch die Fassaden basieren auf einem Baukastenprinzip, welches individuelle Veränderungsmöglichkeiten bietet.

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