HOTEL und spa seezeitlodge

Projekttyp: Hotel

 

Standort: Bostalsee, Deutschland

 

Jahr: 2016-2017

 

Bauherr: HOTELKULTUR GmbH & Co. KG

 

Größe: 12.000 m²

 

Status: Gebaut

Das Hotel und Spa Seezeitlodge am Bostalsee liegt in einem einzigartigen Stück Natur: hier überblickt ein kleines bewaldetes Kap mit seiner Höhenentwicklung den schönen See.
Im Kern des Entwurfs von GRAFT steht der Grundgedanke, die Kräfte des Ortes nicht zu stören, sondern sie aufzuspüren und zu verstärken, also ein Stück Architektur zu entwickeln, das sich aus dem Charakter des Ortes entwickelt und ihn überhöht.

Dementsprechend entwickelt sich die Gebäudefigur aus der Topografie der Umgebung. In seiner Lage vermittelt das Hotel zwischen den besonderen natürlichen Atmosphären des Grundstücks: zwischen der Dichte des Waldes und der Freiheit des Sees, dem Beschütztsein und der Weite, zwischen Erde und Wasser. So schmiegt sich das Haus in die Gravitationszone des Ortes und verbindet gleichsam dessen starke Identitäten.

Man nähert sich dem Hotel durch einen dichten Eichenwald, ohne den See zu erahnen. In der Annäherung an das Gebäude fährt man zwischen begrünten Hügeln, über denen das zweigeschossige Gebäude der Hotelzimmer schwebt. Unter dem Gebäude und zwischen den Hügeln betritt man die Lobby, von der aus sich ein atemberaubender Blick über den See öffnet. Sämtliche Funktionseinheiten des Erdgeschosses (Restaurant, Veranstaltungsräume, Spa und Back-of-House) sind in die Hügellandschaft integriert, die mit der umgebenden Topographie sanft verschmilzt.

 

In der Lobby werden die Blickachsen der Sonnenuntergänge zu Equinox und Solstitien gerahmt und schreiben so dem Haus seine spezielle Verbindung zu universellen Lebenszyklen zu. Auf der Lobbyterrasse gibt es eine große Feuerstelle, die allabendlich zum Verweilen einlädt. Der Gast betritt die Lobby, indem er sich unter die domestizierte Hügellandschaft begibt. Von hier aus gelangt er auf der einen Seite über die Bar mit Leselounge in das Restaurant oder in die Veranstaltungs- und Spa-Bereiche auf der anderen Seite.

 

Die Spa- und Wellnesslandschaft kann sich zum Wald hin ausdehnen und bildet abgeschirmt von der Öffentlichkeit einzigartige räumliche Qualitäten aus; als besondere Attraktion ist hier eine Außensauna geplant.

Die Hauptaktivitätszonen des Restaurants, des Veranstaltungs- und des Spa-Bereichs öffnen sich mit einem großen Einschnitt in die Landschaftshügel zum See hin und ermöglichen dadurch einen außergewöhnlichen Panoramablick. Lediglich der Westhang wird ausgedünnt und weitgehend von Bäumen befreit und bereitet damit dem Hotel einen unvergleichlichen Blick zum See und Sonnenuntergang. Das Motiv des klassischen Bowling Greens steigt zum See hinunter.

 

Von der Lobby gelangt man auch über Lifte direkt in die darüber gelegenen Zimmergeschosse, die in einem zweigeschossigen Zweispänner angeordnet sind, der so ausgerichtet ist, dass nahezu alle Zimmer einen Blick zum See haben: Auf der einen Seite nach Südwesten ausgerichtet, mit Blick in Richtung Sonnenuntergang und in die Tiefe des südlichen Teils des Sees; auf der anderen Seite nach Nordosten mit Morgensonne und Blick über die Wipfel der Bäume auf den nördlichen geweiteten Teil des Sees. Am nördlichen Kopfende sind Kopfsuiten angeordnet mit den spektakulärsten Blicken über das Kap und auf den See und an der Westseite in breiteren Achsfeldern gegenüber den Treppenhäusern befinden sich weitere Suiten.

 

Das Gebäude ist in hochwertiger massiver Bauweise konzipiert. Die abgeholzten Bäume des freigelegten Westhanges verwandeln sich ideell in das „Kleid“ des Hauses und veranschaulichen so den Anspruch des Projektes nach Nachhaltigkeit: Die Fassade besteht aus Holzlamellen aus einheimischen Hölzern konzipiert, die durch eine geflammte Oberfläche silbrig-schwarz schimmern. So entsteht ein Haus aus der Kraft des Ortes, das seine Stärken nutzt und mit ihm in Harmonie eine neue Lebenswelt schafft, die nur hier entstehen kann und durch ihre eigene Identität eine Destination auszubilden vermag.

 

Bei dem Entwurf handelt es sich um ein Gebäude bestehend aus drei Vollgeschossen, wobei das Erdgeschoss weitestgehend in die Landschaft integriert ist, sodass man das Gebäude eher als einen zweigeschossigen Riegel wahrnimmt, der auf Hügeln liegt. Im Untergeschoss gibt es nur die minimale Infrastruktur, um Back-of-House mit Spa und Veranstaltung durch einen Servicegang zu verbinden. In einem zweiten Bauabschnitt werden auf dem Dach ein zurückgesetztes Penthouse und eine Terrasse mit Bar geplant, von der aus die spektakuläre Umgebung erlebt werden kann.

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