KU64 Dental Spa

Projekttyp: Gesundheit, Wellness, Spa

 

Standort: Berlin

 

Zeitraum: 2010

 

Bauherr: Dr. med. dent. Stephan Ziegler

 

Status: Fertiggestellt

 

Größe: 75 m²

Konzept
Das Konzept für die Zahnarztpraxis Dr. Ziegler entwickelt einen radikal neuen Typ. Das Bild einer Dünenlandschaft, in der sich der Strandbesucher einen Platz im Sand sucht, das Handtuch ausbreitet und einen weiten Ausblick genießt, ist das Vorbild für einen Raum, in dem sich der Boden aufwölbt und die Decke Wellen formt, um Besucher und Ärzte eher einzuhüllen, als einzuschließen. Dabei sind „Dünenberge“ und Täler so angeordnet, dass Privatsphäre erhalten und Intimität gewahrt und dennoch ein weiter großzügiger Durchblick durch die gesamte Praxis gewährt bleibt. Anamorphotisch verzogene Bilder schwebender Menschen in Punktraster heben sich in Weiß vom orangen Untergrund ab und sind nur von ausgewählten Standpunkten aus zu erkennen. Im Durchschreiten der Raumfigur ändert sich deren Lesbarkeit kontinuierlich. Mobiliar wird unsichtbar und ist fast gänzlich in die Raumfigur integriert.

Lounge
Während sich die Behandlungsräume durch zurückhaltende Technikpräsenz und Offenheit zur Dachlandschaft Charlottenburgs auszeichnen, gebührt dem sonst nervenaufreibenden Warten die größte Aufmerksamkeit. In der ungewöhnlich großen Lounge mit vorgelagertem Sonnendeck findet der Besucher (anstelle gewohnter Bestuhlung) die in Wellenformen integrierten Sofas und Liegen, die um einen frei hängenden Kamin gruppiert sind. Die Rückseite des Rezeptionstresens wandelt sich zur Bar. Neben Angeboten wie W-LAN Internet-Zugang oder integrierter Video-Game-„Sandburg“ für Kinder jeden Alters bilden vor allem olfaktorische Reize, wie der Geruch von frisch gemahlenem Kaffee und offenem Kaminfeuer, das phänomenologische Gerüst.

 

Spa
Herz der Badbereiche ist der Zahnpflegeraum als geometrisierte und indirekt beleuchtete Quell-Grotte. Glasbecken schweben über dem zentralen Wasserbassin. Tropfendes Wasser ist der akustische Hintergrund. Über die Reflexion auf der Wasseroberfläche wird die Decke indirekt beleuchtet. Die eigentlichen WC-Räume treten hinter diesem unisex-Raum als privates Refugium zurück.

 

Die umfassende Praxis
Das Konzept einer offenen Raumfigur zwischen Decken- und Bodenskulptur setzt sich in ein Treppen-Auge fort, das das oberste 6. Stockwerk mit den darunter liegenden Praxisbereichen verbindet. Die treppenbegleitenden Wände werden hier zum Canyon, der sich in die Serie der Behandlungs- und Besprechungsräume des unteren Stockwerks „einschneidet“. Verglaste Zugangstüren erlauben Durchblicke zum Ku’damm und in den Hof und fluten den Raum mit Licht. In diesem konzentrierteren Bereich finden sich Profilaxe, Kiefer-Orthopädie, Röntgenraum, Eingreifraum, Heilpraktiker sowie die Verbindung zum hofseitig gelegenen Dental-Labor. Obwohl als abgetrennter und unabhängiger Bereich geplant, wird dieser dennoch über ein großzügiges Besprechungsbüro mit dem Praxisbereich verbunden. Eine zusätzliche, verborgene Treppenverbindung für Ärzte und Praxishelfer erlaubt diskreten Zugang zwischen beiden Geschossen.

 

Material
Mit Ausnahme der in Stahlsonderkonstruktion gefassten Glasabtrennungen zwischen den oberen Behandlungseinheiten, die in den sichtbaren Bereichen rahmenloses Glas erlauben, ist die gesamte Raumfigur als Skulptur in Trockenbau ausgeführt. Die markante orange Farbe der Oberfläche des Bodens, der zu Wand und Welle gefaltet ist, ist aus vier Schichten aufgebaut:

1. farbloser Spritzelastomer
2. farbige Versiegelung
3. anamorphotische Motive als weißes Punktraster
4. transparente Endversiegelung

 

Einbaumöbel sind fast ausschließlich in dunkelrotem, normalerweise als Schalungstafeln verwendeten, MDF ausgeführt. Die Beleuchtung der öffentlichen Bereiche ist in die Innen-Architektur integriert, Leuchtkörper in den Behandlungsräumen beinhalten Flatscreens und Technik zur stufenlosen Variation der Lichtfarbe und Helligkeit.

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