PARAMETRISCHE (T)RAUMGESTALTUNG

Projekttyp: Gesundheit

 

Standort: Charité, Berlin

 

Zeitraum: 2013

 

Status: andauerndes Forschungsprojekt

 

Bildquelle: Tobias Hein

 

In Zusammenarbeit mit Charité, Charité CFM Facility Management und Art+com unterstützt durch BMWi

Nach dreijähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit zwischen der Charité und GRAFT entstanden zwei neuartige Pilot-Intensivzimmer, die höchste Maßstäbe an eine beruhigende und qualitativ hochwertige Raumatmosphäre legen und sensibel auf die Wahrnehmung des Patienten abgestimmt sind. Ziel ist eine signifikante Reduktion nachweisbar Stress auslösender Faktoren auf Intensivstationen, die Verminderung des Gefühls von Desorientierung, Angst und des Ausgeliefert-Seins für die Patienten, die Verbesserung der Akustik und der Versorgung mit Tageslicht, um einen messbar verbesserten Heilungsprozess zu ermöglichen und das Auftreten von Delir und kognitiven Langzeitschäden maßgeblich zu reduzieren.

 

Alle Aspekte des neuartigen Konzeptes wurden in enger Abstimmung mit Ärzten und der Pflege der Charité, jedoch vorrangig aus der Patientenperspektive heraus, entwickelt. Im Innenraumkonzept sorgen unerwartete weiche und fließende Formen sowie die Verwendung von großformatigen Holzoberflächen und dunklen Fußböden für eine auf Intensivstationen bisher ungekannte wohnliche Atmosphäre. Indirektes Licht und ein individuell steuerbares Lichtkonzept sorgen für eine angenehme Behaglichkeit. Besonderes Augenmerk beim zentralen Thema qualitativ hochwertiger Raumatmosphäre liegt auf dem optischen Verschwinden technischer Geräte und Versorgungsleitungen. Ein Patientenlift erleichtert die Mobilität der Patienten, während individuell nutzbares Mobiliar und Sichtschutz für die in diesen Zimmern so entscheidende Privatsphäre ermöglicht.

 

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Forschungsprojektes „Parametrische (T)Raumgestaltung“ wurden durch die kooperierenden Forschungspartner Charité, GRAFT und die Designagentur ART+COM sämtliche Stress und Angst auslösenden Faktoren auf ihren Einfluss auf die Genesung von Patienten hin untersucht und mit Unterstützung der Technologie-Partner Philips, der Medizintechniker der Firma Modultechnik und der Ausbaufirma van Bergh in zwei prototypisch ausgestattete Zimmer überführt. In dem Pilotprojekt werden in einer anschließenden Langzeitstudie die tatsächlichen Effekte des Innenraumkonzeptes auf die Gesundung der Patienten untersucht.