Pink Project

Projekttyp: Ausstellungsdesign

 

Standort: New Orleans, USA

 

Zeitraum: 2007

 

Status: Fertiggestellt

 

Fotos: Megan Grant, USA und Ricky Ridecos, USA

Bei der von dem Schauspieler Brad Pitt initiierten Non-Profit Organisation „Make It Right“ handelt es sich um eine rein privatbürgerliche Initiative, die unabhängig von staatlichen Organisationen agiert und sich für den Wiederaufbau von Wohnraum in New Orleans engagiert. Hurrikan Katrina und die daraus resultierende Flutkatastrophe hinterließen einen Pfad der Verwüstung, und überwiegend mittellose Bewohner ohne Heimat. Das Projekt entstand aus der Erfahrung heraus, mit welchen Schwierigkeiten die Bürger des reichsten Landes der Erde konfrontiert waren, um ihre zerstörten Lebensgrundlagen wiederaufzubauen. Der Lower Ninth Ward wurde als traditionsreiches und kulturell bedeutendes Erbe von New Orleans ausgewählt, um exemplarisch einen Wideraufbau zu versuchen.

Ob Ohnmacht oder Absicht, die offiziellen staatlichen Strukturen der amerikanischen Gesellschaft haben es bis heute nicht geschafft, den Bewohnern von New Orleans angemessene und schnelle Hilfe entgegenzubringen. Als Auftaktveranstaltung der Make It Right Initiative wurde von Brad Pitt das Pink Project erfunden: Während Dreharbeiten in New Orleans war Brad Pitt begeistert vom scharfen Farbkontrast zwischen den pinkfarbenen CGI Sets und der grünen Umgebung und erkannte sofort die visuelle Wirkung dieser Häuser als Metapher.

 

Zusammen entstand die Idee Film und Architektur in einer Installation zu vereinen und dadurch eine sofortige globale Aufmerksamkeit auf ein lokal bestehendes Problem zu fokussieren. Ein filmisches Konzept leitet die Installation, der Erzählstrang entfaltet sich wie ein Storyboard, die Szenen zeigen mit Information und Emotion einzelne Perspektiven und umrahmen dadurch die architektonische Entwicklung. Die enorme Größe des Geländes wird für den Besucher erfahrbar wenn er sich auf eine der Aussichtsplattformen begibt: Das Pink Project erstreckt sich über 14 Blocks und bestand zu Beginn der Installation aus 427 scheinbar willkürlich verstreuten einzelnen Elementen, ähnlich einem Tangram-Puzzle, die visuell die Verwüstung des Lower 9th Ward nach Katrina vor Augen führen. Diese einzelnen Teile richten sich sozusagen in Echtzeit jeweils zu einem Haus auf, wenn dessen Betrag in Spenden eingenommen wurde. So symbolisiert jedes komplette Haus den aktuellen Stand der Inititiative und wird für die ehemaligen Bewohner des Lower Ninth Ward ein erlebbares Symbol der Hoffnung. Das Pink Project verkündet deutlich die Nachricht: „Sie wurden nicht vergessen.“

 

Die aus kleinen unterschiedlichen Teilen zusammengesetzten pink-farbenen Monopoly Häuser zeugen von einfacher Verständlichkeit und reduzieren die überwältigende Problematik auf ein Maß, das für jeden greifbar ist. Es ermöglicht dem Spender sich nicht nur zu beteiligen, sondern auch physisch auf die Installation Einfluss zu nehmen. Die Architektur reagiert damit auf jedes kleine Teilstück, bindet jedermann ein, und so wird aus dem einzelnen Amerikanischen Traum ein kollektiver. Die Installation und die dazugehörige Spendenplattform www.makeitrightnola.org schließen die Lücke zwischen Virtualität und Realität.

 

Das Pink Project lenkte die mediale Aufmerksamkeit erneut auf den Lower Ninth Ward. Diesmal mit Optimismus und Tatendrang: das Pink Project ist die virtuelle Stadt der Hoffnung, ein Hybrid aus Kunst, Architektur, Film, Medien und Spendenstrategien. Es ist ein informatives Erinnerungs-, Gedenk- und Kommunikationstool, welches sowohl die Spendenaufmerksamkeit auf globaler Ebene anregt, als auch den Einzelnen ermutigt sich vor Ort zu engagieren.

Als zentrale Anlaufstelle ermöglicht Make It Right es allen Menschen die helfen möchten sich einzubringen, ein inspirierendes und bekräftigendes Zeichen zu setzten und gemeinsam ein Vorbild für andere Hilfsprojekte zu sein. Eine Umkehrung der Diaspora, die die Menschen wieder nach Hause bringt.

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