UNBUILDING WALLS REISESTIPENDIUM

 

Bildquelle: Viviana Carlos

AUSLOBUNG

 

Im Jahr 2018 jährt sich der Fall der innerdeutschen Mauer zum 28. Mal. Anlässlich dieses Spiegelmoments, in dem die Mauer genauso lange verschwunden ist, wie sie existierte, widmet sich der Deutsche Beitrag auf der 16. Architekturbiennale in Venedig von GRAFT und Marianne Birthler dem Thema „UNBUILDING WALLS“. Die Ausstellung legt einen besonderen Fokus auf den beispiellosen Leerraum des Mauer­streifens und der Projekte, die diesen ehemaligen Todesraum mithilfe verschiedener Strategien zu einem neuen Lebensraum umdefiniert haben. Anhand von 28 Projekten wird dargestellt, wie die Heterogenität verschie­denster Ansätze, Typologien, Akteure und Resultate ein breites Spektrum an Architekturdebatten und Lösungen schafft. Neben der deutschen Mau­er-Erfahrung geht es deshalb auch um aktuelle Barrieren, Zäune und Mauern. Die Frage nach Identität und Grenzziehung ist durch den Druck populistischer Stimmen wieder ein zentrales Thema gesellschaftlichen Wandels und stellt Architekten, Philosophen wie auch Gesellschaftsforscher vor neue Aufgaben.

Als Fortführung der Ausstellung UNBUILDING WALLS auf der 16. Architekturbiennale in Venedig vergeben die Kuratoren des Deutschen Pavillons erstmals zwei UNBUILDING WALLS Reisestipendien mit einem Wert von je 3000 €. Mit der Preissumme wird eine Bildungs- oder Projektreise, die Recherche vor Ort und die Umsetzung der Ergebnisse in konkreten Projekten unterstützt.

Die Arbeiten sollen sich mit baulichen, physischen oder auch strategischen Interventionen zur Überwindung von Mauern beschäftigen – diese Maßnahmen können planerischer oder politischer Art sein. Die Recherchen müssen durch die Stipendiaten eine künstlerische oder kreative Verarbeitung erfahren und dürfen nicht ausschließlich dokumentarischer Art sein. Diese Transformationsprozesse können in Form von Modellen, Entwürfen, medialen Installationen, Animationen, Fotoarbeiten oder anderen ähnlichen Formaten präsentiert werden. Das Medium, in dem der Stipendiat sein Projekt einreichen möchte, ist zur Bewerbung bereits anzugeben.

Die Arbeiten sollen das Verhältnis von physischen Barrieren, wie auch mentalen Mauern, sowie deren Überwindung behandeln. Die Arbeiten können dabei sowohl einen städtebaulichen, architektonischen, als auch einen politischen oder sozialen Schwerpunkt setzen. Inspiriert von der Ausstellung UNBUILDING WALLS können die Arbeiten gegenwärtige Debatten über Nationen, Protektionismus und Abgrenzung sowie aktuelle Barrieren jenseits der nationalen Perspektive behandeln. Die Untersuchungen können sich im Bereich sozialer Segregation und anderer „Mauern in den Köpfen“ bewegen, und sollen durch die Integration der gesellschaftlichen und soziologischen Komponente der Aufgabe mit einer ganzheitlichen Herangehensweise begegnen.Im Geiste der Zusammenarbeit zwischen der Politikerin Marianne Birthler und dem Architekturbüro GRAFT, richtet sich das Stipendium besonders an Bewerber, die die Thematik des Überwindens von Mauern und Grenzen nicht nur inhaltlich, sondern auch methodisch interdisziplinär umsetzen und bearbeiten. Besonders geschätzt werden gemeinschaftliche Arbeiten, die Untersuchungen in einen gesellschaftspolitischen Gesamtkontext eingliedern, verschiedenste Ansätze, Hintergründe und Herangehensweisen vereinen und deren Potentiale ausschöpfen.

Das Preisgeld des Stipendiums soll für etwaige Reisekosten zur Recherche des Themenschwerpunktes und zum eindrücklichen Erleben des Untersuchungsraumes, als auch für die Vervollständigung der Arbeitsinhalte und deren Aufbereitung verwendet werden.

Die Arbeit, für die das Stipendium beantragt wird, muss bis Mitte Oktober 2019 fertig gestellt sein. Das Ergebnis wird im November 2019 präsentiert.

 

TEILNAHME

Teilnahmeberechtigt sind

Bachelor- und Master-StudentInnen und DiplomandInnen weltweit, bis 2 Jahre nach Abschluss des Studiums

Master-/Diplom-AbsolventInnen (Abschluss nach dem 31. Dezember 2018)

DoktorandInnen

Bewerbungen als Gruppe sind möglich, wenn alle Mitglieder der Gruppe die Teilnahmevoraussetzungen erfüllen. Die Anzahl der Teammitglieder hat keine Auswirkungen auf das Preisgeld in Höhe von €3000,-.

 

EINZUREICHENDE BEWERBUNGSUNTERLAGEN

Alle eingereichten Unterlagen sind mit dem Namen der Verfasserin/des Verfassers zu versehen.

Einzureichen sind:

Bewerbungsbogen, ausgefüllt und unterschrieben (Gruppen fügen der Bewerbung für jedes Mitglied der Gruppe einen gesonderten Bewerbungsbogen an)

Studienbescheinigung/Promotionsnachweis/Diplom-/Bachelor-/Masterabschlusszeugnis oder vergleichbarer Nachweis (bei Gruppen Nachweise aller Mitglieder erforderlich)

Lebenslauf (max. 1 Seite) (bei Gruppen Lebenslauf aller Mitglieder erforderlich)

Portfolio bisheriger Arbeiten (max. 8 A4 Seiten, 10 MB) (bei Gruppen Portfolios aller Mitglieder erforderlich)

Darstellung der Konzeptidee und des Abgabeformats in Form eines Kurztextes (max. 1 Seite) und einer Skizze

Reiseplan

Grobe Aufschlüsselung der Verwendung der Gelder/Budgetierung

BewerberInnen müssen ihre Konzeptidee und die Verwendung der Gelder in einer selbst gewählten Ausarbeitungsform schriftlich sowie als Datensatz (pdf) einreichen. Form: Sprache Englisch, Einheiten Metrisch

Es darf je Bewerbung nur ein Projektantrag eingereicht werden.

 

ABGABE DER BEWERBUNGSUNTERLAGEN

 

Abgabe der Bewerbungsunterlagen bis zum 31. Dezember 2018 unter media@graftlab.com

 

VERGABE

Das Auswahlgremium, bestehend aus der Politikerin Marianne Birthler (ehemalige Bundesbeauftrage der Stasi-Unterlagen-Behörde) sowie den drei GRAFT Gründungspartnern Lars Krückeberg, Wolfram Putz und Thomas Willemeit entscheidet gemeinschaftlich anhand der eingereichten Unterlagen über die Vergabe des Stipendiums.

Das Stipendium wird zu einem jeweils hälftigen Betrag unmittelbar nach der Auswahl und nach der Fertigstellung der Arbeit ausgezahlt.

 

ABGABEFORMAT DER ERGEBNISSE DES REISESTIPENDIUMS

Die Abgabe der Ergebnisse muss in Form einer künstlerischen, kreativen Arbeit geschehen, die in Bezug auf ihr Format frei wählbar ist. Die inhaltliche Vermittlung soll dementsprechend in anschaulicher Form stattfinden, die sich in einer Ausstellung oder ähnlichem der Öffentlichkeit präsentieren lässt. Die StipendiatInnen verpflichten sich zu einer repräsentativen Aufbereitung der Objekte und Arbeiten, die einem Ausstellungskontext gerecht wird. Dies gilt ebenso für architektonische und städtebauliche Entwürfe und Konzepte, wie für künstlerische Objekte, Animationen und Performance-, Film- oder Fotoarbeiten.

 

Die StipendiatInnen erklärem sich zudem bereit die Forschungsreise in Wort und Bild in Form eines Booklets festzuhalten, entsprechend aufzubereiten und zum Abschluss des Projekts zu präsentieren.

Form: Sprache Englisch, Einheiten Metrisch, Abgabe des Booklets im Dateiformat

VERFAHRENSTECHNISCHE HINWEISE

 

AUSLOBER

GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH und Marianne Birthler

Heidestrasse 50, 10557 Berlin, Germany

T +49-30-30645103-0   F +49-30-30645103-34

 

ART DES VERFAHRENS

Das Auswahlverfahren ist nicht anonym. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

AUSWAHLGREMIUM

Marianne Birthler, Kuratorin UNBUILDING WALLS

Lars Krückeberg, Kurator UNBUILDING WALLS, CEO und Gründungspartner GRAFT Architekten

Wolfram Putz, Kurator UNBUILDING WALLS, CEO und Gründungspartner GRAFT Architekten

Thomas Willemeit, Kurator UNBUILDING WALLS, CEO und Gründungspartner GRAFT Architekten

 

BEKANNTGABE DER ENTSCHEIDUNG

GRAFT und Marianne Birthler teilen die Entscheidung des Auswahlgremiums Mitte Januar auf der Webseite www.graftlab.com/news öffentlich mit.

 

HAFTUNG

GRAFT und Marianne Birthler verpflichten sich, mit den eingereichten Unterlagen sorgsam umzugehen, übernehmen jedoch für Beschädigung oder Verlust keine Haftung.

 

RÜCKGABE

Die Unterlagen sollen auf schriftliche Aufforderung bis zu einem gesetzten Datum vom Verfasser zurückgenommen werden. Nach Ablauf der Frist kann der Auslober die Aufbewahrung der Arbeiten nicht mehr gewährleisten und wird sie entsorgen.

 

VERÖFFENTLICHUNG

Die Veröffentlichungsrechte für die Ergebnisse der Studienarbeiten im Rahmen des Stipendiums sind von den Einreichern/Verfassern gegenüber der GRAFT GmbH unentgeltlich zur Verfügung zu stellen.

 

TERMINÜBERSICHT

Bekanntgabe Bewerbungsunterlagen: 3. Oktober 2018

Bewerbungsschluss: 31. Dezember 2018

Tagung des Auswahlgremiums und Bekanntgabe der zwei Stipendiaten: Mitte Januar 2019

Abgabe der Arbeiten: Oktober 2019

Präsentation der Ergebnisse: 9. November 2019