Intensivzimmer Charité Parametrische (T)Raumgestatung

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HealthcareArchitecture ActivismResearch
Projektart
Healing architecture, evidenzbasiertes Entwerfen, Intensivzimmer, Krankenhaus, Gesundheitsbauten, wissenschaftliches Studienprojekt
Status
Gebaut; Studie fortlaufend
Ort
Berlin, Deutschland
Zeitraum
2011–2013
Auftraggeber
Charité CFM (Charité Facility Management)
Partner

Charité (Prof. Claudia Spieß, Alawi Lütz), CFM Charité Facility Management, Art+COM

Berater

LichtKunstLicht, Fresenius, Philips, Modultechnik, von bergh, Guldmann, Barrisol

Fördermittel

This project was funded by AiF research and development funding (Federal Ministry of Economics and Technology)

Fotograf
Patente

USA US Patent PCT/EP 2015/067731: „System for influencing the sense of a person and room equipment having such a system“

European Patent 15 753 627.7: System zur Beeinflussung der Sinne einer Person und eine Raumausstattung mit einem solchen System

European Patent3 174 588: Automatisches Erzeugen von visuellen Stimuli

Auszeichnungen

AIT Award 2014: Honorable Mention,
Design&Gesundheitswirtschaft 2012: First prize

Medizinische Umgebungen werden immer noch als in sich geschlossene, überwiegend funktionale und technische Räume betrachtet, weit entfernt vom Alltag und seinen Routinen. Die extremen Bedingungen und das Gefühl der körperlichen Verletzlichkeit, das in Intensivzimmern empfunden wird, sind Erfahrungen, die im Designdiskurs weitgehend vernachlässigt wurden.

ICU Rooms Charité

Das Kernstück des Konzepts ist eine eigens entwickelte Schnittstelle, die sowohl von Ärzten und medizinischem Fachpersonal als auch vom Patienten gesteuert werden kann: ein Screen an der Decke der Zimmer passt sich automatisch an die Umgebungsparameter und die Vitalparameter des Patienten an.

Das Design der Intensivstation ordnet medizinische Geräte und zugehörige Apparaturen innerhalb eines modularen Wandsystems an, das sich hinter dem Patienten befindet, wobei sichergestellt ist, dass Messdaten weiterhin abgelesen werden können und die Geräte sofort zugänglich sind. Eine Reduzierung von akustischen Signalen und Warnungen trägt ebenso zur Stressreduzierung bei wie ein verbessertes Raumluftklima.

ICU Rooms Charité

Im fünfjährigen Forschungsprogramm "Parametrische (T)Raumgestaltung" hat GRAFT das große Potenzial für die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Designern und der Gesundheitsindustrie bei der Gestaltung gesundheitsfördernder medizinischer Umgebungen aufgezeigt. Die beiden neuen Intensivzimmer konzentrieren sich auf Lärmkontrolle, Lichtverhältnisse und neue Ansätze in der Gesundheitsversorgung.

Das Forschungsprojekt startete 2012; zwei Intensivzimmer wurden 2013 in Zusammenarbeit mit der Charité in Berlin, dem Facility Management der Charité und Art+Com fertiggestellt.

ICU Rooms Charité
ICU Rooms Charité

Eine wissenschaftliche Studie bestätigte bereits die positiven Auswirkungen der patentierten Intensivzimmerarchitektur auf den Heilungsprozess: Die Deliriumrate der Patienten, die in den von GRAFT entworfenen und geplanten Intensivzimmern behandelt wurden, war signifikant niedriger (46 %) im Vergleich zu Patienten, die in den Standardzimmern behandelt wurden (76 %).

Dieses Projekt zeigt das enorme Potenzial für die Zusammenarbeit zwischen Designern und der Gesundheitsindustrie und die Notwendigkeit eines Paradigmenwechsels: von der abstrakten Terminologie der Nachhaltigkeit hin zu einer intelligenten Gestaltung gesunder menschlicher Umgebungen auf der Grundlage empirischer Daten.

ICU Rooms Charité

Patienten auf der Intensivstation leiden unter einer abnormalen Sekretion von Melatonin, was zu Schlafmangel, Angstzuständen und sogar vorübergehenden Psychosen führt.

ICU Rooms Charité
ICU Rooms Charité

Überwachungsraum

ICU Rooms Charité
ICU Rooms Charité
Founding Partners
Lars Krückeberg, Wolfram Putz, Thomas Willemeit
Project Lead

Annette Finke

Project team
Denis Leo Hegic, Dorothea von Rotberg, Serena Lee