


Das KinderKunstLabor im Altoona-Park St.Pölten dient als kreative Schnittstelle zwischen Kindern und Kunstschaffenden, Kunst und Natur. Es vermittelt unterschiedliche Formen bildender und darstellender Kunst auf spielerische und integrative Weise, und fördert so das generationen-übergreifende Kulturverständnis. Voraussetzung dafür ist ein Raum, welcher verschiedene Kunst- und Kultur-Medien, Schaffende und Lernende, sowie die vielfältigen Natur des Parkes miteinander verbindet. Ein Bauwerk, in dem Schwellen und Grenzen durch eine fließende Landschaft ersetzt werden.

GRAFT entwickelte für St. Pölten ein nachhaltiges Kinderkunstlabor, das den Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft gerecht wird, ohne Boden, Luft oder Wasser zu schädigen. Es minimiert den Energie- und Wasserverbrauch, nutzt etablierte und belastbare Technologien, regenerative Energiequellen und berücksichtigt bereits in der frühen Projektphase Nachhaltigkeitskriterien.

Park und Gebäude formen eine Symbiose. Die Außenanlagen enden nicht an der Außenhaut des Gebäudes, sondern werden auf dem Gebäude als Dachterrassen und Außenlabore, und auch im Innern durch das Einfügen des zentralen Patios fortgeschrieben und erlebbar gemacht.
Um die Gebäudekontur legen sich Bänder unterschiedlicher Materialität, die sich aufweiten oder zusammenschnüren, in Pfade übergehen und den Park strukturieren. Spielplätze, Café- und Außenbereiche, Wege und Zugänge werden in organischen Formen ausformuliert.


Der Nachhaltigkeitsgedanke beginnt bereits im Städtebau und dem Grundkonzept des Gebäudes. Wichtig ist der behutsame Umgang mit dem bestehenden Park und den vorhandenen Bäumen, aber auch dem Behalt oder der Neuinterpretation der Durchwegungen durch den Altoona-Park. Der Entwurf interpretiert das KiKuLa als Teil der Parkgestaltung, die wiederum in das Netz von übergeordneten Verbindungswegen unterschiedlicher Mobilitätsformen der Stadt eingeschrieben ist. Ein weiterer Aspekt ist die soziale Nachhaltigkeit in Form von breiter Akzeptanz des KiKuLa in der Bevölkerung. Der Entwurf nimmt mit seiner auf den Kontext reagierenden Kubatur den Maßstab der Umgebung auf. Gleichzeitig ermöglicht das Gebäude neue Aufenthaltsqualitäten im Park, in dem es den Lärm des Schulringes abschirmt. Grundsätzlich wird der Park mit seinen vielfältigen neuen Nutzungen aufgewertet.

Die robuste Grundstruktur des Gebäudes gewährleistet eine flexible Aufteilbarkeit der Nutzungen. Programmteile können in der Zukunft räumlich vergrößert oder verkleinert werden, ohne das Gebäude an sich verändern zu müssen.
Im Erdgeschoss dient das zentral angeordnete Foyer als Schnittstelle und Verteiler zwischen den öffentlich direkt zugänglichen Bereichen, dem Zugang zum Ausstellungsbereich im 1. OG und dem Indoor-Spielplatz. Hier befinden sich außerdem ein Café und die Kinderbibliothek mit zugeordneten Außenbereichen, sowie ein Shop. Der Indoorspielplatz spannt sich zwischen Patio und Park auf. Der Empfang und der Zugang zum Ausstellungsbereich im 1.OG befinden sich am zentralen Patio.
Im ersten Obergeschoss liegt zentral liegt der Begrüßungsraum, der über den Patio und Öffnungen in der Fassade mit natürlichem Licht versorgt wird. Er dient als Verteiler in den angrenzenden zentralen Ausstellungsraum und über eine Treppe bzw. den Aufzug ins 2. OG zu den Laborbereichen mit vorgelagerten Außenlaboren. Im östlichen Gebäudeteil sind die Büros angeordnet.

Die Gebäudehülle unterstreicht die plastische Gliederung der Kubatur. Die Fassadenbekleidung umhüllt alle Seiten des Gebäudes als vertikal reliefiertes, feingliedriges, farblich vibrierendes grünes Gewand. Die Fassade ist als hinterlüftete farbige Alu-Blechverkleidung (z.B. PREFA) als Vorsatzschale auf einer Unterkonstruktion konzipiert. Dieses Gewand dehnt sich in den Obergeschossen in Teilbereichen auf, so dass dort vertikale Glasflächen eine natürliche Belichtung und Ein- und Ausblicke gewährleisten. Im Erdgeschoss bewegt sich die untere Abschlusslinie der grünen Außenhaut in fließenden Bewegungen auf und ab und verbindet visuell durch großzügige Glasflächen den Innen- mit dem Außenraum. Durch das Hochlupfen der Fassade werden die Hauptzugänge betont. Gegenüber dem Schulring/Wiener Straße ist der Glasflächenanteil des Gebäudes grundsätzlich etwas geringer als zum Park, um den Lärmschutz zu gewährleisten.