


Das Projektgebiet befindet sich im Herzen der historischen Altstadt von Hannover, in prominenter Lage in direkter Nachbarschaft zur Marktkirche und dem Alten Rathaus. Der Bestand, ein ehemaliges Kaufhof-Gebäude, stellt mit seiner massiven, geschlossenen Kubatur und introvertierten Fassadengestaltung einen Fremdkörper im feingliedrigen historischen Gewebe der Altstadt dar.
Unser Entwurf verfolgt das Ziel, diesen monolithischen Baukörper aufzubrechen und ihn funktional sowie gestalterisch in das "grüne Hannover" und die historische Identität des Ortes zu reintegrieren. Anstelle einer bloßen Sanierung erfolgt eine tiefgreifende Transformation: Die Funktion des Hauses wandelt sich von einer reinen Konsumstätte zu einem gemischten Quartierbaustein mit dem Schwerpunkt Bildung (Berufsschule), ergänzt durch Wohnen, Gastronomie, Retail und Sport.

Die radikalste Intervention betrifft die Hülle des Gebäudes. Die ehemals abweisende, geschlossene Fassade wird komplett demontiert und durch eine transparente, extrovertierte Struktur ersetzt. Das Gebäude öffnet sich zur Stadt; das dynamische Innenleben der Berufsschule wird nach außen sichtbar und tritt in Dialog mit dem öffentlichen Raum.


Der Entwurf für das ehemalige Kaufhof-Areal in Hannover ist mehr als eine Umnutzung; es ist eine Stadtreparatur, die städtebauliche Herkunft in eine resiliente Zukunft überführt. Durch die Schichtung von Funktionen (Bildung, Wohnen, Sport), die Referenzierung lokaler Kultur und die innovative Öffnung der Fassade entsteht ein Gebäude, das seine Vergangenheit respektiert, aber mutig in die Zukunft weist.
Aus einer introvertierten Handelskiste wird ein öffentlichkeitswirksamer Stadtbaustein der Bildung und Begegnung – eine neue grüne und kulturelle Identität für die Hannoveraner Altstadt.

