Siemensstadt 2.0

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Siemensstadt 2.0.
GRAFT’s master plan “Siemens Werk Stadt” for the Siemensstadt quarter in Berlin is characterized by its holistic and sustainable design strategy. The project envisages transforming the original Siemensstadt into a dynamic city for a multifaceted urban society. It incorporates the existing structure of the former Siemens factory grounds with the surrounding neighborhood of great architectural heritage. As a result, the existing Siemens Werk (the former factory) and the Siemens Stadt (its residential neighborhood) are melting into the new Siemens Werk Stadt).
Siemensstadt 2.0
Urban PlanningWorkAdaptive ReuseMixed Use
Projektart
Stadtplanung, Büro, Wohnen, Einzelhandel, Freizeit, Mobilität
Status
Wettbewerbsbeitrag
Ort
Berlin, Deutschland
Zeitraum
2019

Der Masterplan "Siemens Werk Stadt" von GRAFT für das Quartier Siemensstadt in Berlin zeichnet sich durch seine zukunftsorientierte Gestaltung aus. Er sieht vor, die ursprüngliche Siemensstadt in einen Raum des Lernens und der offenen Stadtgesellschaft zu verwandeln, indem er die ausgeprägte Netzwerkstruktur des ehemaligen Siemens-Werksgeländes mit der umgebenden Nachbarschaft verbindet. Das integrierte Konzept des Masterplans ist ein nachhaltiges, autarkes Stadtquartier, das sich durch Dichte und Vielfalt auszeichnet und gleichzeitig den menschlichen Maßstab beibehält: Grünflächen, soziale Einrichtungen und Wohngebäude sind harmonisch um einen zentralen, gut sichtbaren Technologiecluster angeordnet.

SIEMENSSTADT 2.0  Project		Masterplan, mixed-use, office, residential, retail, leisure, mobility Location	Berlin, Germany Client		Siemens AG Year		2019 Status		Competition design GRAFT’s master plan “Siemens Werk Stadt” for the Siemensstadt quarter in Berlin is characterized by its holistic and sustainable design strategy. The project envisages transforming the original Siemensstadt into a dynamic city for a multifaceted urban society. It incorporates the existing structure of the former Siemens factory grounds with the surrounding neighborhood of great architectural heritage. As a result, the existing Siemens Werk (the former factory) and the Siemens Stadt (its residential neighborhood) are melting into the new Siemens Werk Stadt).

Der Entwurf löst die Herausforderung, sich einem ehemals von der Umgebung abgeschnittenen Fabrikkomplex zu nähern, indem er zwei prominente Achsen - Nord-Süd und Ost-West - schafft, die über das eigentliche Fabrikgelände hinausreichen und eine direkte Verbindung mit dem gut etablierten Stadtviertel in der Nähe herstellen.

Die Siemens Werk Stadt ist als heterogenes städtebauliches Ensemble konzipiert, in dem die bestehenden Verwaltungs- und Produktionseinrichtungen weitgehend erhalten bleiben und durch einige Neubauten sowie eigenständige, innovative Systeme für Energie, Abfall und Mobilität ergänzt werden.

Aufgrund ihrer zentralen Lage am Schnittpunkt dieser beiden Achsen werden die Schalterhallen und der Turm als städtebauliches Wahrzeichen erhalten bleiben. Das alte Verwaltungsgebäude bildet das Herzstück des Masterplans und soll die demografische Vielfalt Berlins widerspiegeln: Neben einem Kindergarten, einem Jugendzentrum und einem Mehrgenerationenhaus wird das Gebäude auch eine private Hochschule und einen Ausstellungsraum beherbergen. Diese "erweiterte Agora" soll das Einzugsgebiet der Siemensstadt erweitern und soziale Einrichtungen in den angrenzenden Stadtteilen entlasten.

GRAFT Siemensstadt 2.0

In der neuen Siemens Werk Stadt werden die neuesten technischen und sozialen Innovationen umgesetzt. Im Gegensatz zur bisherigen Siemensstadt, in der Arbeiten, Forschen, Wohnen und Produzieren aufgrund ihrer unterschiedlichen Anforderungen an Lärm und Schadstoffbelastung strikt getrennt waren, ermöglichen die heutigen leisen und schadstoffarmen Verkehrs- und Produktionstechnologien eine Verschmelzung dieser unterschiedlichen Typologien.

Viele der Unternehmen, die sich in der Siemens Werk Stadt neu ansiedeln werden, arbeiten in den Bereichen Mobilität, Energie, KI und Gesundheit. So wird die New-Work-Halle flexible Büroeinheiten in Form von Containern, eine überdachte Grünallee, einen Food-Court und ein Verwaltungszentrum bieten, während der gegenüberliegende Fabrikturm komplett entkernt und als multifunktionales "Hypershelf" genutzt wird. Durch die räumliche Verflechtung von Labors, Produktionsbereichen und Büroflächen ermöglicht der Entwurf die Schaffung hybrider Architekturen, die eine Vielzahl von Synergieeffekten freisetzen.

Das auffälligste Stück hybrider Architektur ist das einzige geplante neue Gebäude: das Siemens-Labor, das als automatisierte Fertigungsanlage und als Empfangszentrum mit Büros und einem Restaurant mit Panoramablick fungieren wird. Im Inneren schafft der Entwurf Sichtbeziehungen zwischen automatisierten Produktionshallen und PC-basierten Arbeitsplätzen. Nach außen trägt das 47 Meter hohe Gebäude zur Identitätsbildung des Standorts bei und schafft gleichzeitig ein Gefühl der Transparenz - die verschiedenen Funktionen werden vom angrenzenden Platz aus sichtbar.

GRAFT Siemensstadt 2.0

Die Siemens Werk Stadt ist über ihre grünen Achsen am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem selbstfahrenden Auto zu erreichen. Dazu wird die bestehende Erschließungsstraße um zwei sich kreuzende Achsen erweitert, die für Autos mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren unzugänglich sind. Die grünen Achsen werden die Siemens Werk Stadt mit den angrenzenden Grünflächen verbinden und einen großen, linearen Erholungsraum schaffen. Sie führt auch durch die ehemalige Schalterhalle, deren belebte Erdgeschossfläche die Grenzen zwischen Innen und Außen verwischt. Die Schalterhalle wird so zu einem attraktiven, flexiblen Funktionsraum für die Auseinandersetzung mit Zukunftsszenarien in den Bereichen Energie, Mobilität und künstliche Intelligenz - eine Elektropolis 2.0.

In Ost-West-Richtung wird die grüne Achse von der Fabrikachse gekreuzt, die sich ausschließlich neuen GPS-gesteuerten Formen der Mobilität widmet. Die Fabrikachse wird als (sub)urbaner öffentlicher Raum dienen, der die Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten durch emissionsfreie Mobilität fördert. Entlang der Achse schaffen Vor- und Rücksprünge der Blöcke breitere Abschnitte, die ihre Qualität als Erholungsräume erhöhen. Ein großer Tunnel unter der Werksachse ermöglicht eine schnelle und einfache technische Aufrüstbarkeit der Strecke, die als Labor für die Erprobung neuester Mobilitätssysteme dienen wird.

Siemensstadt Generalplan
Siemensstadt Generalplan
Projektpartner
Lars Krückeberg, Thomas Willemeit, Wolfram Putz
Projektteam
Amit Rivlin, Ki Yoon Kil, Kristian Taaksalu, Maro Falzoni, Nikolaos Xenos, Théophile de la Presle