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German Unity Flag

Projekttyp: Stadtplanung, Denkmal

 

Standort: Deutschland

 

Zeitraum: 2008

 

Status: Fertiggestellt

 

In Zusammenarbeit mit ART+COM

Einheit überall

GRAFT- Gesellschaft von Architekten mbH in Zusammenarbeit mit ART+COM

 

Die Einheit ist überall in Deutschland. Die Einheit ist nicht Teil oder Ort, sondern alle Teile, alle Orte unseres Landes.

Obwohl immer wieder hart errungen, manchmal verloren, ist heute die Einheit Deutschlands ein fast schwereloses Gut, ein immer wieder neu hergestellter Moment der Leichtigkeit, zwar ein Geschenk von Mühen, – aber auch des Glücks. Vom Krönungsteppich Barbarossas, den Kleidern des Lützower Corps, den Reden des Hambacher Festes, dem Aufbruch in Leipzig bis hin zur Fröhlichkeit der Fussballstadien erzählen die Farben der deutschen Trikolore vom Streben nach Einheit und haben größte Symbolkraft für die Identität der Deutschen erlangt.

 

Unser Denkmal zur Einheit sind diese Farben und ihre Bedeutung. Ohne Fahnenmast, ohne Befestigung an Gebäuden oder einem festen Ort schweben Sie über unserem Land – scheinbar schwerelos.

Das Aufblicken in den Himmel bringt den Moment der Wiedervereinigung zurück, das Unfassbare, das Erhabene und Entrückte dieses Augenblickes kehrt zurück – kehrt wieder in der Nichterklärbarkeit dieses Schwebens. Das Getragenwerden von einer Idee, die der Schwerkraft und den Gesetzen des Alltags entrückt zu sein scheint, ist das Gefühl der Einheit. Die Fahne kann wandern, tanzen über dem Land, sie ist nicht gebunden an einen Ort, kann obgleich aber verweilen, sich strecken zum festen Baldachin über den Orten der Erinnerung. So markiert sie überall in Deutschland das Glück der Einheit, kann auf ihrem Flug dem Zyklus des Einheitsfestes folgen, das jährlich von Landeshauptstadt zu Landeshauptstadt wandert. Aber einmal monatlich wird sie sich über dem Brandenburger Tor einfinden, an diesem symbolträchtigen Ort, Ost und West gleichsam erneut sichtbar vereinend.

 

Die Einheit ist unsichtbar, die Fahne nur Medium, das Tuch wird zur bewegten Form durch Wind und Wille und wird getragen von dem Geist der Einheit, – das Sichtbare macht das dahinter Unsichtbare wieder erkennbar. Es sucht nach diesem Gefühl des damaligen Augenblicks – „Wahnsinn“ das Wort des Jahres 1989 – nichts Statisches ist diese Einheit, sondern die Fahne weht wie das Unsichtbare dieses Glücks, das uns alle trägt.