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Neue Sentimental Film

Projekttyp: Büro

 

Standort: Los Angeles, CA, USA

 

Zeitraum: 2001

 

Bauherr: Neue Sentimental Film

 

Status: Fertiggestellt

 

Größe: 1.200 m²

 

Kosten: 700.000 $

 

Fotos: Ricky Ridecos

Bootsausrüster, Internetfirmen, Lagerhallen, und zahlreiche Neuansiedlungen der Film- und Werbeindustrie bilden das Umfeld des neuen West Coast-Headquarters der Neue Sentimental Film in Los Angeles. Die mit zahlreichen Tochterfirmen weltweit operierende Neue Sentimental Film verfolgt innerhalb ihrer Los Angeles Dependance ein Konzept des Office Sharing.

 

Dabei werden Räumlichkeiten und Infrastruktur für dauerhafte wie temporäre Tochterfirmen vorgehalten. Ziel ist es, dem Kunden das gesamte Spektrum der Werbefilmproduktion vom Konzept bis zur Postproduktion an einem Standort anzubieten. Besondere Bedeutung bei diesem Konzept hat der Umstand, dass kurzfristig eigenständig operierende Arbeitsgruppen von 2 bis 8 Personen zur Produktion eines Werbefilms gebildet werden können.

 

Um diesem fluktuierenden Raumbedarf Rechnung zu tragen, wurde ein Konzept entwickelt bei dem neben dauerhaft genutzten Gemeinschaftseinrichtungen wie Rezeption, Konferenzraum, Cafeteria, Bibliothek, Direktion, Freizeitbereich und Schnittplätzen für die Postproduktion, jeder Produktionseinheit ein eigenständiger Büroturm zur Verfügung gestellt werden kann. Als idealer Schauplatz für ein derartiges Konzept bot sich eine 1.200 Quadratmeter große Lagerhalle in Marina Del Rey an.

 

In die leere Hülle der Stahlkonstruktion mit ihrem rohen Betonfußboden wurden fünf freistehende Bürotürme gebaut, der erste wird von der Neue Sentimental Film als Leitzentrale genutzt, zwei weitere werden dauerhaft an Tochterfirmen vermietet. Die verbleibenden zwei Türme, sowie weitere Büroräume auf der ausgebauten Galerie stehen für temporäre Arbeitsgruppen zur Verfügung. Im Erdgeschoss unterhalb der Galerie befinden sich die Räume für Postproduktion, die Bibliothek und die Küche. Die Küche öffnet sich zum Essbereich, der mit seinen biergartenartigen Bänken und Tischen das soziale Zentrum, quasi den Marktplatz, des nahezu stadträumlich angelegten Grundrisses bildet. Dieser „Marktplatz“ wird vom Konferenzraum begrenzt. Dieser besteht aus zwei miteinander verbundenen Überseecontainern deren Originaltore sich zum Essbereich hin öffnen lassen.

Zwei weitere Überseecontainer und ein konischer Betontunnel bilden den Eingangsbereich. Von der Rezeption wird der Blick durch den perspektivisch verzerrten Eingangstunnel in die Hauptachse des Büros gelenkt. Die Überseecontainer erzeugen eine temporäre Atmosphäre, sie spielen mit der vagen Erinnerung an weltweiten Handel und Fernweh.

 

Der Kontrast zwischen dem abschirmendem Eingangsbereich und der dahinter liegenden „Welt“, wird durch die Wahl der Fußbodenbeläge dramatisiert. Im Eingangsbereich wurde der bestehende Betonboden gereinigt und poliert, im dahinter liegenden Bereich blaues, recyceltes, Gummigranulat verwendet. Dieses Gummigranulat wird üblicherweise im Sport- und Spielplatzbau eingesetzt. Hier wurde eine Korngröße von 1-4mm, in einer Schichtdicke von 1,5cm bis 2cm, mit Polyurethanbinder, direkt auf den gereinigten Beton aufgebracht, aufwendige Vorarbeiten, wie z.B. Nivellieren oder Spachteln von Bodenunebenheiten oder das Schließen bestehender Risse waren nicht notwendig.

 

Das Material zeichnet sich durch seine extreme Strapazierfähigkeit aus. Für die Verwendung in diesem Projekt war vor allem die hervorragende Schalldämmung ausschlaggebend. Die Verwendung des Gummigranulates hat es ermöglicht bei einem extrem offenen Grundriss völlig auf zusätzliche schallabsorbierende Flächen zu verzichten.

 

Die angestrebte Assoziation eines städtischen Freiraums zwischen den einzelnen Einheiten des Projektes wird durch den Fußboden betont. Das kräftige, frische Blau des Bodens erzeugt eine positive Atmosphäre, die jenseits des üblichen Beton- oder Teppich- Graus des Loft oder Büroausbaus liegt.

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