Title Image

Russian Jewish Museum

Projekttyp: Museum/Adaptive Reuse

 

Standort: Moskau, Russland

 

Zeitraum: 2009

 

Das Russisch-Jüdische Museum bringt neues Leben in eines der spektakulärsten Wahrzeichen Moskaus- die von Konstantin Melnikov entworfene Bakhmetevsky Busgarage. Die riesige 154 x 54 Meter umfassende Garagenhülle wird das Russisch-Jüdische Museum beherbergen. Ursprünglich erbaut um viele Busse unterbringen zu können, wird das Gebäude nun als Museum umgestaltet und soll mehrere Museen, darunter ein Kindermuseum, ein Lerncenter und große Flächen für Mehrzweck- und Wanderausstellungen unterbringen. Außerdem sollen ein Auditorium mit bis zu 800 Plätzen, kleinere Hörsäle, ein Restaurant mit Bar und ein Museumsshop entstehen, zudem soll Platz für die Administration und die Angestellten geschaffen werden.

 

In diesem Design wendet GRAFT sich den Aspekten zu, die exemplarisch für die diversen, kulturelle Wurzeln der russisch-jüdischen Gesellschaft stehen. Wie lässt sich eine Beziehung zwischen der historischen und heutigen Aktivität der russisch-jüdischen Gemeinschaft definieren? Wie kann das Erbe eines Gebäudes wie das von der Melnikov Garage, eines der größten russischen Konstruktivisten, geschützt werden, das nicht nur symbolisch für sich selbst steht, sondern auch für die neue Institution, die die Vergangenheit und Zukunft des russischen Judentums beinhaltet.

 

Als Antwort auf diese Fragen schlägt GRAFT vor die ursprüngliche Form des Gebäudes unangetastet zu lassen. In seiner gesamten und klaren Form bleibt es als Monument des russischen Erbes bestehen. Die architektonische Intervention besteht aus einer wellenförmigen Landschaft, die das Innere der Garage in Bewegung bringt. Vielseitige Ebenen für Veranstaltungen aller Art inklusive Wanderausstellungen, Kunstmessen, Konzerte und Konferenzen werden dadurch erschaffen. Die Intervention illustriert eine direkte und wörtlich genommene Beziehung zwischen Vergangenheit und Zukunft: der Inhalt der Geschichte wird in einer Reihe Untergrundräume gezeigt, in der Ebene darüber ist die Präsentation der Aktivitäten der heutigen russisch-jüdischen Gemeinschaft möglich. Der formelle Kontrast zwischen den Räumen wird durch die Innenarchitektur des Melnikov- Gebäudes hervorgehoben, während die Tumulte der Geschichte metaphorisch dargestellt sind. Hier treffen zwei architektonische Identitäten aufeinander und treten in Kooperation, um eine neue Balance und eine Synthese einzugehen, die für beide Seiten vorteilhaft ist.